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 Ascoli Piceno

palazzo dei capitani
palazzo dei capitani

Ascoli Piceno (Latein Asculum Picenum) ist eine italienische Stadt mit 49.407 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in der Region Marken. In der Antike trug sie den Namen Asculum. Der heutige Name wird auf den eisenzeitlichen Volksstamm der Picener, deren Hauptstadt es gewesen sein soll, oder auf ein geheimnisvolles Spechtritual (italienisch picchio: Specht) der Sabiner zurückgeführt, so von Strabo und Plinius dem Jüngeren. Der Ort wird von drei mächtigen Bergstöcken umgeben und liegt 30 km landeinwärts von der adriatischen Küste auf einer Höhe von 153 m s.l.m. 

Sehenswürdigkeiten
Der Dom "Sant'Emidio" auf der "Piazza dell'Arringo", Kathedrale des Bistums Ascoli Piceno, war ursprünglich ein romanisches Bauwerk, das mehrfach umgebaut wurde. Gleich neben dem Dom das frühromanische Baptisterium, ein achteckiger Bau. An der Piazza befinden sich auch das Rathaus, der "Palazzo Comunale" (1683-1745), in dem sich das städtische Kunstmuseum befindet, unter anderem mit Werken von Cola dell'Amatrice, Crivelli und Tizian; 

unweit davon die romanische Kirche von San Gregorio Magno, in der man noch die Überreste von einem römischen Tempel erkennen kann (1. Jh. v. Chr.).
Geht man weiter, erreicht man den Mittelpunkt der Stadt, die "Piazza del Popolo", übersetzt der "Platz des Volkes", was er für die Ascolaner in der Tat auch ist. Hier stehen der "Palazzo dei Capitani del Popolo" aus dem 13. Jahrhundert und die gotische Hallenkirche "San Francesco" (1258-1371). An der rechten Seite von "San Francesco" angebaut die "Loggia dei Mercanti", die Markthalle (1513), links der Renaissance-Kreuzgang, in dem vormittags der Markt stattfindet. In den Toiletten des Jugendstilkaffeehauses Caffè Meletti findet sich unter den (durchsichtigen) Waschtischen Überreste von Mauern aus römischer Zeit.

Das Caffè war auch Drehort der Filme Gefährliche Nächte, Alfredo, Alfredo und Der Große Blek.

Weitere Sehenswürdigkeiten: die Römerbrücken Ponte di Cecco und Ponte Romano di Solestà, letztere mit herrlichem Blick über Altstadt und Fluss; die romanische Kirche Santi Vincenzo ed Anastasio (11. Jahrhundert) mit 64 quadratischen Feldern an der Fassade, die Kirche San Pietro Martire und das 1840-1846 erbaute Theater Teatro Ventidio Basso.

Gastronomie
Die Oliva Tenera Ascolana ist für ihre Größe und ihren Geschmack berühmt und schon bei den Römern geschätzt. Die "Olive all'ascolana" (Oliven nach Ascolaner Art) sind mit Fleisch gefüllte, panierte und frittierte Oliven der Art "Ascolana Tenera".

La Quintana - Ascoli
La Quintana - Ascoli
La Quintana Ascoli
La Quintana Ascoli


Die Quintana
Das Reitturnier von Ascoli, die "Giostra della Quintana", geht auf das Mittelalter zurück (zuerst erwähnt in den Stadtstatuten von 1377). Sie findet jährlich am ersten Sonntag im August statt.

Ähnlich der Landshuter Hochzeit folgt es einem festen Ritual, bei der große Teile der Einwohner sich in historisch getreuen mittelalterlichen Gewändern präsentieren, etwa 1500 nehmen allein an den Paraden am Vormittag teil. Der eigentliche Wettstreit zu Pferd, die Quintana, ist dabei ein Stechen mit der Lanze. Die Vertreter der sechs Stadtteile galoppieren entlang eines Kurses in der Form einer Acht, in deren Mitte sich die übergroße Figur eines Sarazenen befindet. Wer am schnellsten reitet und den Sarazzen am besten trifft, der gewinnt. Dieses Ritual erinnert an die Sarazenen, die im Mittelalter mehrfach erfolglos versuchten, Italien zu erobern. Am Abend finden in allen Stadtteilen bunte Feste statt.